Kerstin Schachtsiek; BellZett e.V.
Bielefelder Stimmen

Gegen Stammtischparolen und Hate Speech

Zum Jahr der Demokratie

Gegen Stammtischparolen und Hate Speech

Selbstbehauptung für Frauen: „Denken und Handeln verbinden“

Von Stefanie Strunk

„Wir bewegen und gestalten Gesellschaft. Eine feministische Haltung prägt unsere Arbeit und zugleich basieren unsere Konzepte auf dem Wissen, dass Geschlechter sozial konstruiert sind.“ So lautet das Leitbild vom BellZett, das sich in einem Hinterhaus in der Sudbrackstraße 36a leicht versteckt in Bielefeld Mitte positioniert hat.

Kerstin Schachtsiek; BellZett e.V.
Kerstin Schachtsiek; BellZett e.V. (Foto: Jutta Schade)

Das BellZett ist eine Fachinstitution für gendersensible Gewaltprävention und Bewegung. Es stellt einen sicheren Anlaufort für Mädchen und Frauen dar. Schon beim Betreten der Räumlichkeiten wird die Besucherin vom Personal des Vereins herzlich empfangen. Ein Gefühl von Ruhe und Geborgenheit stellt sich sofort ein. Kerstin Schachtsiek ist seit einem Jahr Geschäftsführerin des BellZett e.V.. Der Slogan „Schön stark“ weist bereits auf die thematische Ausrichtung des Bewegungszentrums hin.

Kerstin Schachtsiek freut sich über das städtische Projekt.

Die Diplom-Sozialarbeiterin Kerstin Schachtsiek ist Diakonin und hat einen Masterabschluss in Gender Studies. Mit vollem Herzen steht sie hinter dem Demokratieprojekt. Denn Hate Speech wirkt demokratiefeindlich, indem spezifische Gruppen massiv diskriminiert werden. Laut Studien sind gerade politisch aktive Frauen davon betroffen. In den ersten Terminen tauschten sich die Kursteilnehmerinnen rege über ihre Erfahrungen im Bereich Online-Hate-Speech aus. Ganz bewusst haben sich die Frauen zunächst theoretisch mit dem Thema auseinandergesetzt: Was ist „antifeministische“ Hate Speech? Wie bedroht Hassrede im Internet die Gesellschaft? Wer ist betroffen?

Zeichen setzen zur Gewaltprävention

Die Teilnehmerinnenrunde (Foto: Jutta Schade)

„Das Phänomen ist ja noch relativ neu“, sagt Schachtsiek zu der aktuellen Projektsituation. „Die beiden Termine, die bei uns im September 2019 stattgefunden haben, waren eher theoretisch. Wir haben diskutiert und auch schon gesammelt, inwiefern Frauen und Mädchen von der Problematik betroffen sind. Es ging sehr dynamisch zu.“

Die Folgetermine werden praktischer ausfallen. Mit Hilfe von „Wendo“ lernen sich Frauen und Mädchen zu schützen. Mit diesem kampfsportartigen Bewegungskonzept setzen die Frauen ein Zeichen zur Gewaltprävention. Dann wird ein wenig experimentiert. Strategien des Nein-Sagens sollen zur Online-Hassrede mit Selbstbehauptung trainiert werden.

Kerstin Schachtsiek bringt Erfahrung aus verschiedenen Bereichen mit und ist auch in der Bundesarbeitsgemeinschaft Mädchenpolitik auf Bundesebene tätig: „Ich halte die Themen wirklich für eine Bedrohung. Es ist ganz deutlich, dass es eine Verrohrung der Sprache gibt und sich auf Gewaltverhältnisse in der Realität auswirkt.“

Wer das BellZett gerne unterstützen möchte, kann dies ganz einfach mit einer besonderen Spendenaktion tun: Wer bis zum 31.12.2019 bis zu 2000,- € spendet, bekommt seine Spende verdoppelt!

Hier geht es zum Spendenflyer.