Transition Town
Bielefelder Stimmen

Besser leben in Bielefeld

Zum Jahr der Demokratie

Besser leben in Bielefeld

„Ein Jahrmarkt des Jetzt-Schon-Möglichen“ zeigte, wie Nachhaltigkeit funktioniert

Von Aleksandra Marunic

Es war ein toller Nachmittag. Über 100 Besucher*innen kamen, als Transition Town Bielefeld (TT) am 3. Oktober sein zehnjähriges Jubiläum feierte. Akteure, Interessierte, Neugierige, alle wollten schauen, was es an der Wandelmühle zu bestaunen gab. Zum Jahr der Demokratie wollte TT Bielefeld dazu inspirieren, eigene Ideen für die Energie -und Kulturwende zu entwickeln.

  • Greenpeace und Zeitbörse
    Mit Greenpeace und Zeitbörse stellen sich befreundete Initiativen vor. (Foto: Transition Town Bielefeld)

Lesedauer: etwa 3 Minuten

Die Spannbreite der Angebote war groß. Dafür sorgten die verschiedenen Gruppen, die mit Überzeugung und Engagement hinter ihren Visionen für ein besseres und nachhaltigeres Leben stehen. Eine der Gruppen besteht aus den Radrettern: Das sind erfahrene Hobbyschrauber, die Anleitung und Hilfe bei einfachen Fahrradreparaturen geben. Dieses Angebot zur Selbsthilfe ist ein Teil der „Reskilling“-Gruppe von Transition Town Bielefeld, zu denen auch das Repair Café oder – zum Thema „Zubereitung und Haltbarmachung von einheimischen Lebensmitteln“ die Gruppe „Kochen“ – gehört. Einmal im Jahr und passend zur Jahreszeit wird der Workshop „Krautwerkstatt – Sauerkraut selber machen“ angeboten. Hier bekommt man Tipps und erlernt Fertigkeiten wie aus „Großmutters Zeiten“. Die deutsche Übersetzung des englischen Begriffs „Reskilling“ lautet eigentlich „Umschulung“. In diesem Fall, im Kontext von Aktivitäten zur Förderung der Nachhaltigkeit, bedeutet es das Wiedergewinnen vergessener Fertigkeiten.

„In unsere verschiedenen Projekte kann sich jeder mit einbringen“, erklärt Michael Schem, Vorstandsvorsitzender von Transition Town Bielefeld, „dazu muss man kein Mitglied des Vereins werden. Jeder, der den Kulturwandel fördern und seine lokale Gemeinschaft stärken will, ist bei uns willkommen.“

Weitere Beispiele des „Jetzt-Schon-Möglichen“  waren unter anderem die Gemeinschaftsgärten, das Projekt „Essbare Stadt“, eine „Saatgutbörse“, sowie verschiedene Mobilitätsangebote. Zu sehen war natürlich auch  „Bisela“ ( „Bielefeld sein Lastenrad“). Das kostenlos ausleihbare Lastenrad, das an drei Stationen in Bielefeld abholbereit auf Transporte wartet, war 2018 für den Carolinen Umweltpreis nominiert.

Beim „Jahrmarkt des Jetzt-Schon-Möglichen“ am 3. Oktober war an alles gedacht, musikalisch untermalt von einem Gitarren-Duo und mit leckeren vegetarischen Gerichten vom Caterer Emilio. Zudem gab es guten regionalen Apfelsaft vom Pomologen Hans-Joachim Bannier, alles aus kontrolliert-biologischem Anbau.