Bielefelder Stimmen

Ein Song für die Demokratie

Projekt

Ein Song für die Demokratie

Bielefelder Grundschulen singen für Meinungsfreiheit, Gleichberechtigung und Bildungsrecht

Von Stefanie Strunk

Fairness, Freundschaft, Religion – Die AWO Bielefeld begeistert Grundschulkinder mit moderner Musik für wichtige Themen: seit 2006 rappt der Musikproduzent Daniel Wagenbreth. Seit zwei Jahren arbeitet er mit Patrick Sawadski in Schulprojekten. Sawadski hatte 2014 mit einem Auftritt bei Deutschland sucht den Superstar einen großen Moment in seinem Leben.

  • Daniel Wagenbreth und Patrick Sawadskimotivieren die Kinder zur Höchstleistung
    Daniel Wagenbreth und Patrick Sawadski motivieren die Kinder zur Höchstleistung | Foto: Daniel Wagenbreth

In diesem Jahr, 2019, kooperiert der AWO Kreisverband Bielefeld mit den beiden Musikern. Drei internationale Klassen in drei verschiedenen Grundschulen erarbeiten zunächst unabhängig voneinander ein jeweils zentrales demokratisches Prinzip: 1. Das Prinzip der Meinungsfreiheit, 2. Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern und 3. Das Recht auf Bildung. Ziel ist die Vertonung in einem echten Tonstudio. Gearbeitet wurde mit den Klassen überwiegend im Plenum. Jede Schule war für eine Strophe zuständig.

„Hierzu werden im Unterricht Aussagen erarbeitet, die dann mit Hilfe des Musikproduzenten und des Musikpädagogen die Grundlage für drei Strophen eines Raps bilden sollen“, berichtet Cornelia Borgards begeistert und mit strahlenden Augen. Die Fachbereichsleiterin Jugendarbeit des AWO-Kreisverbands freut sich sichtlich über das Projekt.

Um das Verfahren für die internationalen Schüler und Schülerinnen zu vereinfachen, entwickeln die musikalischen Leiter Patrick Sawadski und Daniel Wagenbredt aus den Aussagen der Kinder zunächst eine Zeile des Songs. Die Kinder schreiben die darauffolgende Zeile dazu. Das sich auf diese Weise

entwickelnde Stück wird von den Nachwuchstalenten einstudiert und in einem Tonstudio aufgenommen.

„Die Kinder werden stolz wie Oskar sein“

Cornelia Borgards ist begeistert. Mit ihrer Kollegin Nadine Friedrichs ist sie für das RAP – Projekt zuständig. Was leicht aussieht ist nicht immer leicht, denn Entscheidungswege, Schulferien und Klassenveränderungen machen die Koordination nicht leicht. Aber für die Kinder ist es ein tolles Erlebnis, sie werden am Ende sicher stolz wie Oskar sein!“ – so Borgards.

O-Ton Cornelia Borgards

Die Aufnahmen von Ende Oktober werden von Patrick Sawadski bearbeitet, so dass das Endprodukt am Tag der Präsentation angehört werden kann. Rap und Musik als pädagogisches Mittel öffnet den Zugang zu den Kindern. Die beste Erfahrung ist für Cornelia Borgards, dass die Kinder „total mit Spaß an die Sache herangehen. Sie sollten auch für demokratische Strukturen sensibilisiert werden. Dies muss vorsichtig und kleinschrittig gemacht werden.“

Trotz des Zeitdrucks und Veränderungen in der Klassezusammensetzung haben Musikdozent Sawadski und Musikpädagoge Wagenbredt es geschafft, Aufklärungsarbeit für die Grundschulkinder zu realisieren. „Demokratie ist ein tolles Thema, das die Kinder auch gut nachvollziehen können,“ beendet Borgards unser spannendes Interview.

Beitrag zur Dokumentation der Stadt Bielefeld 8_1

AWO-Kreisverband

Projekt : Rap