Jugend Bildung

Klassensprecherschulung – Vorbereitung auf ein wichtiges Amt

Zum Jahr der Demokratie

Klassensprecherschulung – Vorbereitung auf ein wichtiges Amt

Ein innovatives Projekt zur Demokratie | AWO Kreisverband Bielefeld

Von Stefanie Strunk

Zur letzten theoretischen Absprache für die erste Klassensprecherschulung trifft sich das hochmotivierte, interdisziplinäre Team aus Sozialarbeitern, Theaterpädagogen und Bildungsreferentinnen. Es ist die letzte Möglichkeit, Änderungen an dem Projekt vorzunehmen. Bei einer Tasse Kaffee geht es auf die Zielgerade, um die Inhalte für die anstehende Klassensprecherschulung mit allen Fachkräften abzustimmen.

  • Cornelia Borgards und ihr Projektteam tagt zum letzten Mal | Foto: Stefanie Strunk

Das engagierte Team hat schon viel geschafft. Räumlichkeiten, Essen und Anfahrt für die Schulung sind bereits ausgesucht. Jeder Beteiligte kennt seine Aufgaben und steht hinter dem Projekt. Geplant ist eine zweiteilige Schulung, die aus einem Demokratietraining und einer Vorbereitung auf die Rolle als Klassensprecher besteht.

Die Idee zu der Schulung kam auf, als die Fachbereichsleitung Cornelia Borgards von den städtischen Förderungen hörte. Ihre Mitarbeiter*innen waren begeistert und in nur wenigen Stunden stand das Grundkonzept. Auf der städtischen Präsentation des Jahres der Demokratie in der Ravensberger Spinnerei knüpfte die AWO erste Kontakte zum Theater. Mit dem Kooperationspartner, dem Theaterverein Impulse und zwei Bildungsreferentinnen des AWO Bezirksverbandes werden die Schüler*innen nun aktiv lernen, was „Demokratie“ bedeutet und wie sie ihren Teil zur Umsetzung beitragen können.

Das Besondere an der Schulung ist, dass alle Schulformen beteiligt sind. Schüler*innen der 6. Klassen werden darin auf ihre Aufgabe als Klassensprecher vorbereitet. Die Schulung stellt sie vor die Frage: „Was ist Demokratie? Was habe ich damit zu tun?“ Mit theaterpädagogischen Übungen und Methoden sollen Alltagssituationen simuliert und geübt werden.

Klassensprecher ist ein verantwortungsvolles Amt

Es werde manchmal übersehen, wie wichtig das Amt des Klassensprechers sein könne, wie Christian Zwiener, Schulsozialarbeiter an der Realschule am Schlehenweg, erklärt: „Klassensprecher bündeln die Interessen der Klassengemeinschaft, vertreten diese gegenüber der Klassenleitung und sind in der SV tätig und an Entscheidungsprozessen beteiligt.“ Er hofft, dass das Projekt, die Schüler*innen grundlegend auf Ihr Amt vorbereitet.

„Der Klassesprecher wird oft aus Jux und Tollerei gewählt“, so Marlon Blankenaufulland, der den aktuellen Schulalltag als Schulsozialarbeiter bestens kennt. Da werde schon mal ein Name an die Tafel geschrieben, weil es als lustig empfunden wird. Dann werde die Person gewählt und die Gewählten wüssten gar nicht, was auf sie zukommt. Aus eigener Erfahrungen wisse er, dass manche Kinder in schwierigen Situationen gar nicht wüssten, wer Klassensprecher sei. Das nehme manchen Kindern die Möglichkeit, in schwierigen Situationen Hilfe zu bekommen, da die Hemmschwelle an Erwachsene zu treten, oftmals zu hoch liege: „Gleichzeitig wissen manche Klassensprecher aber auch nicht, wofür sie eigentlich verantwortlich sind.“

Nach ersten Erfahrungen dieses Jahres wünscht sich Borgards schon jetzt, die Schulung langfristig anbieten zu können.