Jugend Bildung

Phase Null – Alles auf Anfang ?!

Zum Jahr der Demokratie

Phase Null – Alles auf Anfang ?!

Kinder und Jugendliche werden selbst zu Forschenden

Von Mariya Zhovnovska

Lesedauer: etwa 2 Minuten

Erwachsene erklären den Kindern und Jugendlichen die Welt. Warum nicht umgekehrt? Es wird häufig übersehen, aber auch junge und sehr junge Bürger*innen haben eigene Meinungen und Erwartungen, wollen mit ihren Bedürfnissen, ihren Lösungsvorschlägen wahrgenommen werden. Das Projektteam „Phase Null. Alles auf Anfang“ will die Perspektiven unserer Nachkommenschaft hören und sie darin begleiten, eigene Antworten auf gesellschaftliche Fragen zu finden.

  • Das „Logbuch“ ist ein speziell vorbereitendes Forschungstagebuch, welches die Teilnehmenden in die Hand bekommen werden, um ihre Gedanken, Ideen und Vorstellungen zu gesellschaftspolitischen Fragen zu notieren | Foto: Projektteam

Was denken Kinder und Jugendliche über die Welt und gesellschaftliche Zusammenhänge? Wie erklären sie sich die Dinge, welche im Alltag passieren? Die drei Masterstudierenden der Erziehungswissenschaften an der Uni Bielefeld, Nico Mokros, Julianne Sellenriek und Ann-Kathrin Thießen, entwickelten das Forschungsprojekt, das diesen Fragen nachgeht. Im Rahmen einer mehrtägigen Gruppenarbeit werden die Teilnehmenden im Alter von elf bis 15 Jahren dabei selbst zu Forschenden.

Zehn Kinder und Jugendliche können an dem Projekt teilnehmen und dessen Verlauf – Themen, Methoden, Spiele, Beschäftigungen – weitgehend selbst bestimmen. Die Idee folgt dabei weniger pädagogischen Experimenten: In erster Linie ist es ein Forschungsprojekt, in dem partizipative Methoden erprobt werden. Die Projektleiter*innen verstehen ihre Rollen dabei eher begleitend und weniger als anleitend.

Am Anfang steht ein Planspielszenario mit einer Gruppendiskussion, aber der Ablauf wird nicht von außen gesteuert, sondern wird kreativ und selbständig von den beteiligten Kindern und Jugendlichen gestaltet.

Überraschungen inbegriffen

Noch gibt es noch kein konkretes Datum für die Umsetzung, und auch die Gruppe der Teilnehmenden steht noch nicht fest. Das Projekt-Team ist gerade auf der Suche nach Kindern und Jugendlichen mit Forschergeist. Am besten soll es eine schon bestehende Kinder-/Jugendgruppe sein, in der sich alle kennen und miteinander vertraut sind, um möglichst frei und ungehemmt interagieren zu können. Natürlich sollen alle freiwillig am Projekt teilnehmen.

Wie der Ablauf des Projektes am Ende aussehen wird und was am Ende dabei herauskommt, bleibt für das Projektteam eine Überraschung. Es ist nicht in erster Linie ein pädagogischer Auftrag, sondern ein Experiment – für die Erziehungswissenschaftler wie für die Teilnehmenden. Aber es könnte klappen: Kinder sind von Natur aus spontan, und gemeinsam in einer Gruppe langweilen sie sich nie. Sie werden bestimmt das Richtige fragen und gute Antworten finden.