Zusammen leben

… aber wehe, einer ist anders

Zum Jahr der Demokratie

… aber wehe, einer ist anders

Schulprojekt der Gesamtschule Rosenhöhe gegen Rassismus

Von Mariya Zhovnovska

Die Bevölkerung unserer Stadt besteht aus einem bunten Vielerlei von Kulturen, Religionen, Erfahrungen, Perspektiven und Selbstbewusstsein. Führt diese Situation eher zur Harmonie oder zu Feindseligkeit? Schülerinnen und Schüler sowie Lehrende der Gesamtschule Rosenhöhe suchten an ihrem Projekttag nach Antworten.

  • Luftballons sind immer toll. Am Projekttag konnte man nebenbei lernen, wie schlechte Erfahrungen in positive Aktivitäten umgewandelt werden können | Foto: Artturi Mäntysaari/ Pixabay

Um „Ausländerhass“ und „Fremdenfeindlichkeit“ ging es am 09. Juli 2019 – aber auf ganz andere Art und Weise. Dafür hat die Gesamtschule Rosenhöhe das Leipziger Schultournee-Theater der Kulturschule Leipzig und sein Stück „Jeder soll individuell sein, aber wehe, einer ist anders!“ eingeladen. Die Bearbeitung des Monologs „Dreck“ (1991) von Robert Schneider unter dem Motto „Schule ohne Rassismus“ verbindet die Theatervorstellung mit einer anschließenden Diskussion.

Ein aktuelles Thema, sagten sich die Organisatoren, gerade in Zeiten großer Migrationsbewegungen. Ein Araber verkauft Rosen, um sein Studium in Deutschland finanzieren zu können. Er erzählt aus seinem Alltag, von Erfahrungen mit rassistischen Übergriffen, aber auch von seinen Hoffnungen und von seinem Heimatland.

Vielleicht geriet der Monolog zu abstrakt, vielleicht war auch die Darbietung ein wenig zu sperrig für die Acht- bis Zehntklässler*innen. Jedenfalls wollte der Funke nicht recht überspringen. Obwohl sich die Jugendlichen im Unterricht gut auf den Themenkomplex „Rassismus, was ist das und wo beginnt dieser?“ vorbereitet hatten und in der Nachbesprechung auch sehr persönliche Erlebnisse zu ihren unterschiedlichen Migrationshintergründen berichteten, kam die Theateraktion in der anschließenden Diskussion beim jungen Publikum nicht so gut weg.

Lieber Ballons als Monolog

Für die etwas Jüngeren aus den fünften bis siebten Klassen kamen Luftballons zum Einsatz, mit denen die Kinder ihre Wünsche für mehr „Courage im Alltag gegen den Rassismus“ in den Himmel schicken konnten. Das klappte deutlich besser. Die Kinder dachten über eigene Erfahrungen oder Beobachtungen mit Rassismus nach und formten daraus einen positiven Gedanken oder einen Wunsch. Diese Wünsche schrieben sie auf kleine Zettel, die dann mit Heliumballons in die Luft stiegen. Für diese Aktion wurden spezielle abbaubare „Ökoballons“ benutzt, um Umweltbelastung zu vermeiden.

Auf den individuellen Menschen kommt es an, nicht auf das Aussehen oder die Herkunft. Darauf sollten die Kinder sensibilisiert werden: Ob es gelingt, offen, freundlich und neugierig aufeinander zuzugehen, ist eben auch eine bewusste Entscheidung jedes Einzelnen. Die Ballons sind ein schönes Bild dafür, dass es sich in Harmonie viel angenehmer lebt als in Feindschaft.