Jugend Bildung

Kinderrechte in einem Koffer

Zum Jahr der Demokratie

Kinderrechte in einem Koffer

Das Kindermuseum OWL zeigt: Demokratie kann man schon in der Kita lernen

Von Mariya Zhovnovska

Kinderrechte auf Reisen“ – ein Projekt im Rahmen des Jahres der Demokratie 2019 – soll Kindern allgemeine Kenntnisse über Demokratie und Kinderrechte beibringen und die Anwendungsmöglichkeiten dieser Rechte im täglichem Leben zeigen. Das Kindermuseum OWL e.V. hat dafür zwei kreative Reisekoffer mit didaktischen Aufgaben und Spielen für Grundschulen und Kitas gepackt.

  • Ein Koffer, vollgepackt mit Material zum spielerischen Lernen | Foto: Kindermuseum OWL e.V.

Museen sind wichtige Einrichtungen für die Gesellschaft. Sie erfüllen verschiedene Funktionen: sie sammeln, bewahren und stellen aus, darüber hinaus können sie politisch, kulturell und ästhetisch bildend sein. Museen können – wenn sie gut gemacht sind – die Entwicklung Jugendlicher und Kinder positiv beeinflussen.

Wer bei „Museum“ an ein Gebäude mit Dauerausstellung denkt, liegt beim Kindermuseum OWL falsch. Es unterscheidet sich deutlich von einem klassischen Ausstellungshaus: Es ist ein mobiles Museum und kommt daher ohne eigene Ausstellungsräume aus. Die Mitarbeiter*innen, derzeit sieben Personen, arbeiten dort nebenberuflich. Alle Ausstellungen sind ausleihbar und können sowohl in Kitas und Schulen, als auch in anderen Museen gezeigt werden.

Demokratie-Bildung auch für Pädagog*innen

Im Rahmen des Projektes wurden zwei Koffer vorbereitet, einer für Grundschulen und ein weiterer für Kitas. Die Koffer stecken voller Spiele, Konzepte, didaktischem Material; das goldene Buch der Kinderrechte ist dabei, technische Ausrüstung, wie zum Beispiel ein Tablet. Auf spielerische Weise sollen die Kinder an das Thema Demokratie und Kinderrechte herangeführt werden. Das Kindermuseum OWL e.V. ist Hands-On orientiert, was bedeutet, dass alles zum Anfassen gedacht ist: praxisorientiert durch die Möglichkeit Materialen zu betasten, auszuprobieren, damit zu experimentieren, Eigenes daraus zu machen.

Im November dieses Jahres soll der erste Koffer in einer Grundschule ausprobiert werden. Zusammen mit den Lehrkräften und Erzieher*innen aus den Probegruppen wird der Inhalt des Koffers reflektiert und bei Bedarf angepasst. Ab Januar 2020 werden die Koffer dann für Schulen und Kitas im Raum Bielefeld und OWL zu mieten sein.

Ein Teammitglied bringt die Koffer dann in die jeweilige Einrichtung und führt die Gruppen oder Klassen in einem Workshop ins Thema und in den Inhalt des Koffers ein. Denn das Projekt „Kinderrechte auf Reisen. Ein Koffer voller Rechte“ soll nicht nur den Kindern helfen ihre Rechte zu begreifen, sondern auch Pädagogen*innen Unterstützung geben dank der spezifischen Methoden und Strategien. Gemeinsam mit den Kindern werden so die Kinderrechte und demokratische Methoden entdeckt, probiert und verinnerlicht.

Zum Ende der Ausleihe werden mit den Kindern Feedback-Gespräche geführt um zu sehen, welche Wirkung dieses Projekt auf Kinder hat, und wie die Koffer samt Inhalt sich weiter entwickeln sollten.

Die UN-Kinderrechtskonvention umfasst 54 Rechte. Nicht jeder Erwachsener kennt auch nur die Hälfte davon. Von wem also sollen die Kinder von ihren Rechte erfahren? Warum es so wichtig ist, dass die Kinder schon im Alter von vier bis sieben Jahre ihre Rechte kennen? Die Antwort ist sehr einfach: weil wir in einem demokratischem Land leben. Je früher die Bürger ihre Rechte kennen, umso besser und demokratischer werden wir leben.