Im Haus Neuland basteln die Jugendlichen eifrig am Storyboard für ihr Drehbuch | Foto: Haus Neuland
Jugend Bildung

Yes we can!

Zum Jahr der Demokratie

Yes we can!

Schüler*innen lernen aktiv und eigenständig Demokratie kennen

Von Aleksandra Marunic

Kinder und Jugendliche wollen gehört werden. Sie haben Meinungen und Einstellungen zu politischen Themen und wollen ihre Stimme nutzen, um ihre Anliegen einzubringen. Politik soll für die jungen Menschen keine fremde Welt sein. Um den entgegenzuwirken führte das Haus Neuland in Kooperation mit der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Gesamtschule bereits im vergangenen Jahr das Projekt „Jugend für Politik gewinnen“ ein. Carola Brindöpke, Fachbereichsleiterin Jugendbildung aus dem Haus Neuland, koordiniert das Projekt. Zum Jahr der Demokratie wird es nun fortgesetzt.

  • Nachwuchsfilmer bei der Arbeit: Ausgestattet mit iPads drehen die Jugendlichen im Haus Neuland ihre Filme, optimieren und schneiden sie anschließend mit dem Videoschnittprogramm iMovie | Foto: Haus Neuland
    Nachwuchsfilmer bei der Arbeit: Ausgestattet mit iPads drehen die Jugendlichen im Haus Neuland ihre Filme, optimieren und schneiden sie anschließend mit dem Videoschnittprogramm iMovie | Foto: Haus Neuland

In der Murnau-Gesamtschule wurden dafür in den Klassenstufen 8 und 9 mit jeweils 20 Schüler*innen zwei Kurse gegründet, die zum festen Bestandteil des Unterrichtsplans gehören. Zweimal in der Woche finden diese statt, jeweils 60 Minuten lang. Eine außerschulische Bereicherung und Unterstützung leistet das Haus Neuland, wenn zwischen September und Dezember für einige Tage medienpädagogische Fachkräfte in die Schule kommen. Diese bilden mit jeweils einer Lehrperson ein Tandem, das die Kurse in dieser Zeit gemeinsam plant, durchführt und auswertet.

Ziel des Projektes ist es, die Themen Demokratie und Mitbestimmung in diesen Jahrgängen verständlich zu machen. Eigene Partizipationsmöglichkeiten sollen aufgezeigt und die Jugendlichen so gestärkt werden, dass sie überzeugend diskutieren und argumentieren können. Daniel Marchand, freier Mitarbeiter im Haus Neuland, möchte bei den Schüler*innen darüber hinaus ein Bewusstsein für Medien schaffen, für deren Vorteile und Gefahren: „Mir ist es wichtig, Jugendlichen zu vermitteln, wie sie Medien für ihre Arbeit nutzen können, aber auch, wie man durch Medien, z.B. Fake News, manipuliert werden kann. Die Förderung der Medienkompetenz ist ein wichtiges Ziel des Projektes, “ erklärt Daniel Marchand.

Das Internet: Informationsquelle aber auch Quelle der Manipulation

Im Kurs „Jugend für Politik gewinnen I“ beschäftigen sich die Schüler*innen aus Klasse 8 zunächst mit politischen Grundfragen (Partizipation, Demokratie, Vorurteile, …) Mit diesem Wissen im Gepäck, suchen sie sich ein wichtiges und spannendes Thema, das sich intensiv bearbeiten und in einem Medienprodukt darstellen möchten, zum Beispiel ein Erklärvideo. In Kleingruppen und ausgestattet mit iPad, Stativ, und Mikrophon können die Jugendlichen ihre eigenen Visionen realisieren und lernen, ihre Meinungen frei zu äußern.

Im Jahrgang 9 wird der Kurs „Jugend für Politik gewinnen II“ angeboten. Die Jugendlichen haben am Kurs I im letzten Schuljahr teilgenommen und wollen sich nun im Debattieren üben. In Rollenspielen werden sie argumentieren und debattieren. Sie erfahren auch, wie eine offene politische Diskussion auf kommunaler Ebene stattfinden könnte. Die Debatten finden zu Themen statt, die die Jugendlichen gewählt haben und mündet in einer Diskussion mit Kommunalpolitikern .

Mitte Dezember geht es dann für beide Kurse ins Haus Neuland. Dort können sie dann in einem eineinhalbtägigen Workshop intensiv an ihren Projekten weiterarbeiten. Der Kurs aus Jahrgang 8 erhält eine Einführung in Storyboarding und Videoschnitt. Ihr Film wird dann als Premiere im Haus Neuland gezeigt. Der Kurs aus dem Jahrgang 9 wird Lokalpolitiker einladen, um das gute Argumentieren und Debattieren in einer echten Polit-Diskussion zu erproben.